Staunen im pädagogischen Kontext
Abstract
Die Studie untersucht das Phänomen des Staunens in seiner Bedeutung für pädagogisches Wahrnehmen und Handeln. Ausgehend von der Arbeit mit Wahrnehmungsvignetten nach Barth & Wiehl (2023) wird Staunen als eigenständige, der Reflexion vorgelagerte Phase beschrieben: ein Moment des Innehaltens zwischen sinnlicher Wahrnehmung und begrifflichem Verstehen. In seiner Ambivalenz – zwischen Neugier und Irritation, Öffnung und Schrecken – liegt sein epistemisches Potenzial: Es unterbricht vorschnelle Kategorisierungen und schafft die Voraussetzung für eine reflexive pädagogische Haltung.
Der Beitrag plädiert dafür, Staunen als lernbare pädagogische Grundhaltung zu begreifen – als Ressource für gelingende Beziehungsgestaltung und eine Bildungspraxis, die das Unvorhersehbare als Einladung zur Begegnung versteht